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Der Weg in ein gemeinsames Europa

Kommende Dortmund feiert Patronatsfest

Europa war das große Thema des Kommendefests 2017. Da ging es nicht nur um Krisen, Konflikte und Katastrophen. Sondern auch um Zusammenhalt, Verständnis, Gemeinsamkeit. Und sogar um Robert Lewandowski und den BVB. Dr. Hania Fedorowicz, Direktorin des Europäischen Instituts für Gemeinschaftsbasierende Konfliktlösung in Salzburg und Kosmopolitin, hielt den Festvortrag vor den rund 130 Gästen, die der Einladung der Kommende gefolgt waren.

Was die deutsche Politik derzeit vermissen lässt, nämlich eine große Vision und Idee für Deutschland und Europa, hatte Dr. Hania Fedorowicz im Gepäck. Ein grenzüberschreitendes, geeintes Europa mit einer gemeinsamen Identität, die eben nicht in Nationalstaaten denkt. Weder politisch, aber vor allem auch nicht persönlich: „Zugehörigkeit und Solidarität kann man nicht von oben verordnen. Sie muss in der zivilen Gesellschaft ihren Anfang finden“, so die gebürtige Kanadierin mit polnischen Wurzeln, die seit fast 30 Jahren in Österreich lebt und die Durchlässigkeit von Identitäten in ihrer eigenen Biographie erlebt hat. „Dazu müssen wir Europa neu denken.“ Das sei selbstverständlich nicht von heute auf morgen realisierbar. „Dazu braucht es Jahrzehnte.“

Das Thema Identität zog sich wie ein roter Faden durch ihren Vortrag. Angefangen mit ihrer ganz persönlichen Geschichte, die ihren Ursprung in Polen mit einer polnisch- und deutschsprachigen Mutter hatte. Über ihr Leben als kanadisches Immigrantenkind, welches zwar Englisch und Polnisch, aber kein Deutsch lernte, da ihre Mutter die „Sprache des Feindes“ komplett verdrängt hatte. Bis zu ihrer „Rückwanderung“ nach Europa, eben nach Österreich und die Bereitschaft, sich auf die deutsche Sprache voll und ganz einzulassen. „Das ist Versöhnungsarbeit. Sowohl für mich, als auch für Europa.“

So fühle sie sich heute Polen, Kanada und Österreich zugehörig. Gleichzeitig. „Identität ist durchlässig, man kann sich mehreren Kulturen und Gruppen zugehörig fühlen.“ Und (nicht nur) die Tatsache, dass der Pole Robert Lewandowski beim BVB unter Vertrag war, lasse ihr Herz sogar für Dortmund schlagen. Auch die Werbung habe übrigens Europa längst entdeckt, erzählte Dr. Hania Fedorowicz: „Es gibt eine Autowerbung mit Robert Lewandowski und dem Slogan: Deutsche Qualität. Direkt aus Polen“, brachte sie das Publikum zum Schmunzeln.  

Identität bedeute nicht, sich gegen das „Fremde“ und „Andere“ abzuschotten, wie es derzeit in Europa von vielen populistischen und nationalistischen Stimmen gefordert werde. „Eigenes bewahren, Neues begrüßen“ und eine „gemeinsame Integration in eine gemeinsame Gesellschaft“, dieses Europa wünscht sich die Wissenschaftlerin. So wie der kanadische Premierminister Justin Trudeaux, der Kanada als postnationalen Staat mit sprachlicher, religiöser und kultureller Vielfalt bezeichnet.

„Eine Jahrhundertherausforderung“, die da vor uns stehe. Aber mit gegenseitiger Empathie, Dialog, Perspektivenwechsel, mit Versöhnungsarbeit und Erinnerungskultur könne man diese europäische Identität herstellen. Auch im täglichen Leben: „Machen Sie einen Schritt Richtung Europa – und zwar grenzüberschreitend.“

Gleich mehrere Beispiele für diese Art des Zusammenhalts und der Integration gibt es auch in der Arbeit der Kommende, welche an diesem Abend vorgestellt wurden.

So erhielt Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Kommende Dortmund, Anfang November den Konstanzer Konzilspreis für Europäische Begegnungen und Dialog 2017. Mit dem Preis wird sein umfassendes Engagement für ein friedliches, geeinigtes Europa gewürdigt. Dr. Klasvogt hatte das europäische Netzwerk „socioMovens. Giving europe a soul“ und die Kommende-Stiftung „beneVolens. Jugend fördern. Zukunft gestalten“ initiiert.

Das Kommende-Projekt „On the other side – Grenzen überwinden, Horizonte eröffnen“ soll Schüler der Hauptschule Emscherschule in Aplerbeck genau dazu motivieren. Zusammen mit der internationalen Performance Group Gen Verde erarbeiteten die Schüler dazu ein Musical.

Und auch der Preisträger des Kommende Unternehmerpreises 2018 „Erfolgreich nachhaltig“ setzt auf nachhaltiges Wirtschaften und auf menschliche Solidarität. Green IT – Das Systemhaus wurde für sein Geschäftsmodell, welches hilft, Ressourcen zu sparen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und das Klima zu schützen, ausgezeichnet. Auch das menschliche Engagement des Unternehmens hob Laudator Dr. Andreas Fisch hervor. So wurde eigens eine Stelle geschaffen, um einem von der Abschiebung bedrohten Mitarbeiter aus Nigeria zu helfen. Die 13 Azubis kommen aus vielen unterschiedlichen Nationen und der Praktikant ist ein Flüchtling aus Syrien. Geschäftsführer Thomas Lesser betonte in seiner Dankesrede: „Wir sind vorrangig Europäer.“

Ein Artikel von Sun-Mi Jung

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