Fokus Afrika: Tradition - Innovation - Zukunft

Kommende-Forum und Studientag am 20. März 2025

Am Donnerstag, den 20. März 2025 fand der Studientag Fokus Afrika: Tradition – Innovation – Zukunft in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Auslandsgesellschaft in der Kommende Dortmund statt. Im Anschluss an den Studientag stellten sich die Referent:innen den Fragen im Rahmen des Kommende-Forums. 

Von allen Referent:innen wurde hervorgehoben, dass bis heute in vielen afrikanischen Ländern politische Instabilität herrsche, dies war jedoch nicht die einzige gemeinsame Botschaft des Tages. Afrika sei vor allem ein extrem junger Kontinent, dem aufgrund der jungen Bevölkerung die Zukunft gehöre. So sah Dr. Amina Tall von der Deutsch-Arabischen Gesellschaft vor allem in der jungen Bevölkerung neue Chancen, da diese den Kontinent verändern wolle. Diesen Aspekt teilte auch Heiko Schwiderowski von der DIHK, der unter anderem mit einem Image-Wechsel von Afrika verbunden sei: von einem Krisenkontinent zu einem Kontinent der Innovation und Zukunft! Gerade junge Unternehmen könnten hiervon profitieren, zumal mit der Digitalisierung die Wirtschaft in Afrika wachse und insbesondere technisches Wissen wichtiger würde.

Neben den wirtschaftlichen Aspekten hob Dr. Amina Tall besonders die gesellschaftliche Vielfalt Afrikas hervor. Musik, Tanz, Theater, Poesie und allgemein die kreative und künstlerische Freiheit erzählten die Geschichten Afrikas. Ubuntu ist eine afrikanische Philosophie der Nächstenliebe und stehe für ein allgemeines, geschwisterliches Band, welches alle Menschen verbindet: „Ich bin, weil wir sind“.

An dieses wertschätzende und geschwisterliche Verhältnis zwischen Europa und Afrika im Allgemeinen knüpfte Prof. Dr. Wolfgang Gieler ebenfalls an. Das europäische Überlegenheitsgefühl gegenüber Afrika müsse einem wertschätzenden Wandel des Images weichen. Er appellierte daran, Afrika nicht mit einem überheblichen Blick der eigenen Vergangenheit zu betrachten und machte dies mit einem Sprichwort der Dogon, einer Volksgruppe der westafrikanischen Mali, deutlich: „Der Fremde hat große Augen, aber er sieht nicht viel“.

Neben Europa haben inzwischen viele Länder das Potential des afrikanischen Kontinents erkannt, den größten Einfluss haben China, Russland und die Türkei in den vergangenen Jahrzehnten auf die Entwicklung des afrikanischen Kontinents genommen. Dr. Susanne Conrad erläuterte, der Kontinent könne zukünftig eine Schlüsselrolle in internationalen Konflikten spielen, da er durch seine Lage und Bodenschätze wichtige Ressourcen der Zukunft beinhalte. Daher beeinflussen China und Russland viele der afrikanischen Medien, um dadurch ihren Einfluss in der Bevölkerung zu erweitern. Aber nicht nur medial, auch wirtschaftlich nehme das Engagement zu, so könne China durch die Kontrolle von 78 der 231 afrikanischen Häfen den Zugang von Waren und Dienstleistungen jederzeit beeinflussen. Gleichzeitig bieten die Häfen die Möglichkeit potenzieller Marinestützpunkte für China. Auch die Unterstützung in Konflikten durch Waffentechnik wie günstige Drohnen durch die Türkei lässt die wirtschaftlichen Beziehung zu Afrika wachsen. Zwar kooperieren neben China, Russland und der Türkei auch noch andere Länder mit Afrika, aber diese Kooperationen seien besonders bedrohlich, da sie sich durch Ausbeutung und finanzielle Abhängigkeit neokolonial verhalten, während sie das Narrativ der Befreier verbreiten.

Darleen Groß

 

KOOPERATIONSPARTNER:INNEN

 

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.Auslandsgesellschaft